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Veröffentlicht am 01.11.2016 von Stefanie Loske

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Georg Danzer

Die Gallionsfigur des Austropop

Eine Ikone des Austropop, ein hervorragender Sänger und ein echter Wiener – dies sind nur wenige Mosaiksteine, aus denen das Phänomen Georg Danzer konstruiert werden kann.

35 Jahre musikalisches Schaffen

Nach 35 Jahren musikalischen Schaffens hat er einen nicht wegzudenkenden Beitrag für die österreichische Musikszene geschaffen. Auf das Konto des 2007 an Lungenkrebs erlegenden Danzer, gehen Hits wie „Jö Schau“, „Ollas Laiwaund“ oder „Hupf In Gatsch“.

Die Schule ist für den 1946 Geborenen Georg nichts und weil er an der Akademie für Darstellende Künste nicht angenommen wird, beginnt er einfach ein Studium der Philosophie und Psychologie. Doch statt im Hörsaal zu sitzen, findet man ihn eher in Parks und auf Reisen. Sein Leben verläuft recht ereignislos.

Sein Leben nimmt durch das 1967 erschienene Beatles Album „Sgt. Pepper“ eine Wendung und er beginnt selbst Lieder zu schreiben.

Später soll es sich als der richtige Weg herausstellen, doch seine erste Single „Vera“ wird zuerst ein Flop und 1969 platzt sogar sein Plattenvertrag.

Sein Talent wird glücklicherweise entdeckt

Zu seinem Glück wird die Radio-Moderatorin Eva-Maria Kaiser auf sein Talent aufmerksam, wodurch er für viele Künstler der Wiener Szene Lieder schreiben kann, wovon einige später auch bekannt werden. Er wird sogar kurzzeitig Mitglied bei der Band Madcaps, für sie er Songs schreibt und diese auch spielt. Kurze Zeit später erscheint seine Single „Tschik“ anonym und sorgt für Tumult, weil man zuerst nicht weiß, wer der Sänger ist. Nachdem er später entlarvt wird, erzielt die Single auch Jahrzehnte später noch Preise um die hundert Euro.

Als 1972 „Der Tschik“ auf den Markt kommt, erreicht auch diese Platte Kultstatus. Die nächste Platte „Honigmond“ 1973 bringt zwar nicht den gewünschten Erfolg doch Danzer bleibt unermüdlich. Ab da bringt er bis 2006 fast jährlich ein neues Studioalbum heraus.

Die Besucherzahlen auf seinen Konzerten wachsen Ende der 70er-Jahre immer weiter an. Eine dreimonatige Tour findet in 32 ausverkauften Locations statt. Nach der Tournee gibt es noch das Live-Doppelalbum „Danzer Live – Tournee ´79“ oben drauf.

Ernstzunehmender Songwriter

Mit dem Album „Ruhe vor dem Sturm“ bekommt er auch endlich die verdiente Anerkennung als erstzunehmender Songschreiber und auf die Platte folgen ausgiebige Touren. Und auch als sich Danzer beim Videodreh zu „Weiße Pferde“ bei einem Motorradunfall lebensgefährliche Verletzungen zuzieht, tut das seinem Schaffensdrang keinen Abbruch.

Musiker, Übersetzer, Maler, Schauspieler

Nach vielen Touren und Aufenthalten in anderen Ländern, verbringt er später wieder mehr Zeit in Wien und benennt sein nächstes Album von 1990 auch passend „Wieder in Wien“. 1991 gibt es eine gleichnamige Tour. Neben all seinem musikalischen Schaffen, arbeitet Danzer zudem als Übersetzer und als Maler.

Nach einer dreimonatigen Tour durch Österreich, Deutschland und die Schweiz, beweist er 1994 mit seinem Schauspielauftritt in der Hauptrolle in Nestroys „Der Zerrissene“, das er ein wahres Allround-Genie ist. Im selben Jahr noch kehrt er wieder endgültig nach Wien zurück. Zu seinem 50. Geburtstag wird er mit der Doppel-CD „Danke Danzer“ überrascht, auf der namenhafte österreichische Musiker seine Lieder interpretieren. Zusammen mit Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich steht er 1997 erstmals als Austia3 auf der Bühne.

Neben den ständig neuerscheinenden Alben, die immer gut ankommen, findet Danzer auch noch Zeit für wohltätige Zwecke und wird 2000 zum Vorsitzenden von SOS-Mensch gewählt.

Tod nach Krebsleiden

Nach weiteren Alben und einer Abschlusstournee mit Austria3 wird 2006 ein Lungenkarzinom bei Danzer diagnostiziert. Trotzdem steht zwei Monate später ein weiteres Album in den Regalen und auch Live-Auftritte stehen weiter auf seinem Programm.

Am 21. Juni 2007 erliegt Danzer seinem Krebsleiden jedoch in Wien im Kreise seiner Angehörigen. Ein Ehrengrab von der Stadt lehnt er ab und wird nur im Beisein von Familie und Freunden eingeäschert. Der gerade einmal mit 61 Jahren verstorbene Austropopper hinterlässt nach seinem Tod viel Trauer, hat man doch einen tollen Songwriter und Menschen verloren.

photocredit: (c) Dietmar Lipkovich, www.gib-mir-musik.at [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

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