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Veröffentlicht am 17.07.2016 von Harry Pfliegl

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Ludwig Hirsch: Der Urtyp des zynischen Wieners

Auch Jahre nach seinem Tod bleibt das zeitlose Werk des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch unvergessen. Für seine Fans gilt Ludwig Hirsch als der Urtyp des zynischen, morbiden Wieners schlechthin. Denn stilistisch orientierte er sich an den Komponisten und Sänger Georg Kresler, der mit tiefschwarzem Humor das Kabarett im deutschsprachigen Raum maßgeblich geprägt hat. Ludwig Hirsch hatte bissig-sarkastische Texte verfasst, die er gerne mit einer romantisch-melancholischen Melodie unterlegte, wodurch ein Widerspruch zwischen Musik und Text entstand.

Ein grafisch begabter, schauspielernder Liedermacher

Obwohl Ludwig Hirsch als typischer Wiener gilt, wurde er nicht in der Bundeshauptstadt geboren. Denn das Licht der Welt erblickte er am 28. Februar 1946 als Sohn eines Arztes in Weinberg/Buch-St. Magdalena in der östlichen Steiermark. Aufgewachsen ist er jedoch im zweiten Wiener Bezirk Leopoldstadt.

Eigentlich hatte Ludwig Hirsch Grafiker werden wollen und ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst begonnen. Er entschied sich dann jedoch um und besuchte die Schauspielschule Krauss. Sein Debüt auf der Bühne feierte Ludwig Hirsch 1973 am Regensburger Stadttheater. Weitere Stationen waren Wuppertal und Hamburg, bevor Ludwig Hirsch zwischen 1975 und 1979 zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt gehörte.

Die nächste Karriere als Liedermacher startete Ludwig Hirsch 1978. Von Anfang an wurden makabere, morbide Texte zu seinem Markenzeichen und sorgte damit für Aufsehen. So durfte das Lied Komm, großer schwarzer Vogel, nach 22 Uhr nicht mehr auf Ö3 gespielt werden. Die Verantwortlichen hatten Angst, dass Hörer wegen der düsteren Atmosphäre des Songs Selbstmord begehen könnten.

Zwischen Tradition und Moderne

In den 1980er Jahren wurde Ludwig Hirsch zu einem wichtigen Vertreter des Austropop. Zugleich interpretierte Ludwig Hirsch klassisches, Wiener Liedgut neu.

Zwar hatte Ludwig Hirsch außerdem in 16 Filmen mitgewirkt, unter anderem in einer Tatortfolge, jedoch erntete er den größeren Ruhm für sein musikalisches Schaffen. So erschien 1993 eine 5,50-Schilling-Marke der Post zu Ehren von Ludwig Hirsch. Mit dem österreichischen Musikpreis Amadeus Austrian Music Award wurde Ludwig Hirsch zweimal ausgezeichnet: Einmal 2003 für das Album Perlen, 2012 posthum für das Lebenswerk.

Denn am 24. November 2011 war Ludwig Hirsch auf dem Areal des Wilhelminenspitals verstorben. Weil zuvor Lungenkrebs diagnostiziert worden sein soll, ging die Polizei von einem Selbstmord aus. Begraben wurde Ludwig Hirsch in einem gewidmeten Grab auf dem Gersthofer Friedhof.

Foto: von HeinzLW (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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